Wir trauern um

Klaus-Ulrich Göttner

1938 - 2018

Am 07.06.2018 verstarb aus einem aktiven Leben
das Mitglied des Vorstandes der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD
und Vorsitzender der Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen

Klaus-Ulrich Göttner

Klaus-Ulrich Göttner erlebte seine Kindheits- und Jugendjahre in Weimar, geprägt von den Mühen und der äußersten Widersprüchlichkeit der deutschen Geschichte.
Aus eigener Kenntnis war ihm die Notwendigkeit guter Beziehungen der Menschen verschiedener Völker und Staaten bewußt.

Nach dem Studium für Binnenhandel und der Ausbildung für den diplomatischen Dienst wurde für sein Leben die Arbeit am Generalkonsulat Wrocław und an der Botschaft der DDR in Warschau bestimmend.
Seine ruhige, sachliche Art halfen ihm neben seinem fundierten Wissen, Vertrauen zwischen Partnern zu schaffen und gemeinsame Interessen zu fördern.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit standen die Gestaltung und Wahrung vielseitiger kultureller Beziehungen zwischen unseren Völkern.
Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit seiner Anschauungen halfen ihm, den tiefen Bruch seines Lebenslaufes in den Jahren 1989/90 zu überwinden.

Klaus-Ulrich Göttner wurde Mitbegründer der Gesellschaft für gute Nachbarschaft zu Polen, die später Teil der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD wurde.
Er brachte seine Kenntnisse und Erfahrungen in die neuen Herausforderungen ein.
 Herausragend war das Kolloquium mit deutschen und polnischen Historikern und Diplomaten zum 50. Jahrestag der Markierung der deutsch-polnischen Staatsgrenze.
 In der Öffentlichkeit beachtet waren die Ausstellungen über den Warschauer Aufstand und über Zwangs- und Sklavenarbeit während der faschistischen Okkupation. Ohne polnische Partner wären sie undenkbar gewesen.
 Eine Ausstellung mit Gemälden und Grafiken war Anlaß für eine Partnerschaft zwischen dem Berliner Bezirk Lichtenberg und dem Warschauer Stadtteil
Białołęka sowie der Stadt Hajnówka.
 Aufmerksam nahm er Anteil an den Radtouren und Camps der guten Nachbarschaft die seit 1993 stattfinden und verstand sie als Teil der gutnachbarlichen Beziehungen zwischen unseren Völkern.

Sein Vorwort für das Buch “Gelebte Nachbarschaft”, publiziert von einer Autorengemeinschaft, macht die Vielseitigkeit seines Wirkens und die Erfahrungen seines Lebens deutlich.
 Er setzte Maßstäbe für die Arbeit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft der BRD und mahnt uns, die vielseitigen Beziehungen zwischen unseren Ländern nicht leichtfertig auf’s Spiel zu setzen, sondern sie zu nutzen für stabile Beziehungen, Beziehungen zwischen Menschen.

Wir werden Klaus-Ulrich in dankbarer Erinnerung behalten.

Werner Stenzel
Berlin, 12.06.2018

                                         

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